Zertifikat zur Ausübung der Zytodiagnostik für MTA-L und CTA

Kommission für Angelegenheiten der Zytologieassistenten/innen der DGZ

Die laufenden Arbeiten zur Zertifizierung von CTA und MTA durch die Deutsche Gesellschaft für Zytologie werden in Zwickau durchgeführt:

Zytodiagnostische Praxis
Dr. med. Oehlke/Dipl. Biol. Kaiser
Lenauweg 3, 08056 Zwickau
Tel.: +49/375-45 07 82
Fax: +49/375-45 47 93
E-Mail: zytologie@web.de

Antrag auf Zertifizierung

Ihr Antrag wird bearbeitet, wenn uns folgende Unterlagen vorliegen:

  1. Abschlusszeugnis der MTA-L Schule/Zytologieschule

  2. a) Bestätigung von mindestens 2 Jahren Vollzeittätigkeit in der Zytologie für MTA-L oder
    b) Bestätigung von mindestens einem Jahr Vollzeittätigkeit in der Zytologie für Zytologieassistent/-innen

  3. Eine Fotokopie des Personalausweises oder ein Passbild

  4. Nachweis der Zahlung lt. “Leitlinie 5. Prüfungs- und Verwaltungsgebühren” (nur per Überweisung vor Antragstellung auf das Konto der DGZ: Hypo Vereinsbank München, IBAN: DE25700202706530153957 BIC: HYVEDEMMXXX.)


Leitlinie

zur Zertifizierung von zytologisch tätigen Assistenten/innen in der Gynäkologischen Zytologie durch die Deutschen Gesellschaft für Zytologie(DGZ)

1. Einführung

Angesichts einer zunehmenden Diversifizierung der Ausbildungswege zur zytologisch-technischen Tätigkeit hält es die Deutsche Gesellschaft für Zytologie (DGZ) für notwendig, einen Qualifikationsstandard für die zytologisch tätigen nichtärztlichen Mitarbeiter sicherzustellen. Die DGZ führt daher eine Zertifizierung von zytologisch tätigen Assistenten/innen ein.
Eine solche Maßnahme war auch notwendig geworden angesichts der Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung zytologischer Untersuchungen im Rahmen der Früherkennung des Zervixkarzinoms vom 17.12.1993. Diese sieht vor, dass der Arzt bei grundsätzlicher persönlicher Anwesenheit in der Praxis/im Institut Teilschritte der gynäko-zytologischen Leistungen auf nichtärztliche Mitarbeiter/innen mit entsprechender Qualifikation delegieren kann, sofern eine solche Delegation mit den medizinischen Erfordernissen vereinbar und die fachliche Überwachung aller Arbeitsvorgänge durch den Arzt gewährleistet ist. Die Zertifizierung durch die DGZ hat das Ziel, die Qualifikation der zytologisch tätigen Assistenten/innen zu dokumentieren. Die Zertifizierung ist freiwillig. Die zytologisch tätigen Ärzte sind angehalten, nur zertifizierte Assistenten/ innen zu beschäftigen.

Die Regeln hierfür wurden einvernehmlich mit Vertretern (Delegierten) des Berufsverbandes der Frauenärzte Deutschlands, des Berufsverbandes Deutscher Pathologen, der AG zytologisch tätiger Ärzte (AZÄD) und des Verbandes Deutscher Cytologisch tätiger Assistenten (VDCA) in der interdisziplinär besetzten„Kommission für Angelegenheiten der Zytologieassistenten/ innen“ (im folgenden als „Kommission“ bezeichnet) der DGZ erarbeitet.

2. Voraussetzungen für die Erlangung des Zertifikats für Gynäkologische Zytologie

a. Ausbildung an Zytologieschulen

Als Standard der Ausbildung zum/zur zytologisch tätigen Assistenten/in gilt in Deutschland die erfolgreiche 2-jährige Ausbildung an einer von der Kommission anerkannten Zytologieschule und eine sich anschließende 1-jährige praktische Tätigkeit in einem qualifiziert geführten Labor. Die derzeit bestehenden Zytologieschulen in Tübingen, Mannheim und Köln oder die ehemaligen in Düsseldorf, Hannover, Meschede/Münster, München und Ulm gelten für die Zeiten ihrer Tätigkeit von der DGZ als anerkannt. Die so Ausgebildeten erhalten das Zertifikat durch die DGZ ohne weitere Prüfung. Zertifizierte Zytologieassistenten/innen, die an einer der deutschen Zytologieschulen auch in extragenitaler Zytologie ausgebildet und geprüft wurden, können die Bezeichnung„CT (DGZ)“ führen. Die entsprechenden Prüfungen durch die Internationale Akademie für Zytologie werden als gleichberechtigt anerkannt.

b. Ausbildung an MTA-Schulen

  1. MTA-L erhalten das Zertifikat auf Antrag nach einer weiteren zweijährigen Tätigkeit (Vollzeit) in der gynäkologischen Zytologie in einer von der DGZ anerkannten Ausbildungsstätte und bestandener Prüfung durch die DGZ.

  2. MTA-L (MTA-G 02.08.93) mit schulinternem, von der DGZ anerkanntem Zertifikat in gynäkologischer Zytologie erhalten nach weiterer 1 1/2 jähriger Tätigkeit (Vollzeit) in der gynäkologischen Zytologie in einer von der DGZ anerkannten Ausbildungsstätte auf Antrag das Zertifikat ohne Prüfung.

  3. Antragssteller/innen mit früherer Tätigkeit im Ausland und abgelegter IAC- oder EFCS-Prüfung erhalten auf Antrag das Zertifikat ohne Prüfung nach einer halbjährigen Tätigkeit (Vollzeit) in der gynäkologischen Zytologie in einer von der Kommission anerkannten Ausbildungsstätte und der Teilnahme an deutschsprachigen, von der DGZ anerkannten zytologischen Fortbildungsveranstaltungen von mindestens 30 Stunden.

  4. Die Zertifizierung von Personen, die nicht zu den unter a und b,1 bis 2 genannten gehören, ist nach Ablauf der Übergangsbestimmungen in der Regel nicht mehr möglich.

Die für die Gynäkologische Zytologie zertifizierten Assistenten/innen können die Bezeichnung CT-GYN (DGZ) führen. Voraussetzung ist eine mindestens 2-jährige Tätigkeit in der gynäkologischen Zytologie. Alle Antragsteller/innen haben den Nachweis über die Teilnahme an mindestens 40 Stunden theoretischen Unterrichts, 40 Stunden praktischer Unterrichtung und 1.500 Stunden praktischer Tätigkeit in der gynäkologischen Zytologie in einer qualifiziert geleiteten Untersuchungsstelle zu erbringen.

Fachassistentinen für Zytologie / Histologie mit erfolgreichem Abschluss in einem speziellen Weiterbildungsweg, der an den Bezirksakademien in Berlin, Halle und Magdeburg angeboten wurde, brauchen sich nicht einer erneuten Prüfung zu unterziehen. Je nach Ausbildunginhalten ist die Zertifizierung als CT-GYN (DGZ) oder CT (DGZ) möglich.

3. Prüfungen in der gynäkologischen Zytologie

Prüfungsziele:

In ihrem praktischen Teil sollen insbesondere folgende Fähigkeiten überprüft werden:

  1. Systematische Präparatevormusterung.
  2. Technische Beurteilung der Präparate auf ihre Brauchbarkeit zur ärztlichen Diagnostik.
  3. Erkennung verschiedener Floren und Hinweiszeichen auf Krankheitserreger.
  4. Erkennung der verschiedenen Zelltypen einschließlich der Erkennung von Endozervikalzellen.
  5. Sichere Unterscheidung von unverdächtigen Präparaten gegenüber Präparaten, die Zellen von Karzinomen oder ihrer Vor- stadien enthalten.

In der theoretischen Prüfung gilt es, Mindeststandards einer zeitgemäßen theoretischen Ausbildung in den Prüfungsfächern sicherzustellen.

Prüfungsinhalte praktische Prüfung

Die Prüfungskandidaten/innen müssen 30 unmarkierte Abstrichpräparate von Zervix und/oder Vagina vormustern, die nach der gültigen Münchener Nomenklatur III „unverdächtig“ (Gruppe I) oder„positiv“ (Gruppen IIID1/2, IVa oder V) sein können. In den einzelnen Prüfungskästen sollen mindestens 10, höchstens jedoch 15 positive Präparate vorhanden sein. Unklare Fälle (Gruppe II, Gruppen III und IVb) sind in ihnen nicht enthalten.

Prüfungsinhalte theoretische Prüfung

  1. 50 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren (je 5 Antwortmöglichkeiten). Die Prüfung beschränkt sich auf zytologische Technik, gynäkologische Zytologie und Anatomie, allgemeine und gynäkologische Pathologie sowie Endokrinologie.
  2. Test mit 20 Abbildungen im Multiple-Choice-Verfahren (je 5 Antwortmöglichkeiten).

Prüfungsablauf

Vor Prüfungsbeginn haben sich die Prüfungsteilnehmer/innen zur Person auszuweisen.

  1. Bei der praktischen Prüfung stehen insgesamt 4,5 Zeitstunden zur Verfügung.
  2. Für die Beantwortung der 50 Multiple-Choice-Fragen der theoretischen Prüfung stehen 90 Minuten zur Verfügung.
  3. Bei Test stehen zur Beantwortung pro Bild 60 Sekunden zur Verfügung.

Die praktische und theoretische Prüfung sollten an einem gemeinsamen Termin und in engem zeitlichen Zusammenhang stattfinden.

Bewertung der Prüfung

Die Prüfung ist bestanden, wenn der praktische und der theoretische Prüfungsanteil mit Erfolg abgelegt worden sind. Die Prüfung gilt als nicht bestanden, wenn ein Prüfungsteil oder beide Prüfungsteile nicht erfolgreich abgeschlossen wurde/n. In diesen Fällen kann die Teilprüfung frühestens nach drei Monaten bzw. die Gesamtprüfung frühestens nach sechs Monaten wiederholt werden. Vor einer notwendigen Wiederholung der Gesamtprüfung oder eines Prüfungsteils kann der Prüfungsausschuss ein Beratungsgespräch mit dem Prüfling festsetzen, auch können Auflagen festgelegt werden.

Bewertung der praktischen Prüfung

Die praktische Prüfung ist nicht bestanden

  1. bei einer falsch-negativen Befundung (Gruppe I statt statt Gruppe IIID 1/2, IVa oder V)
  2. bei mehr als vier falsch-positiven Befunden (Gruppen IIID 1/2, IVa oder VI statt Gruppe I)
    und/oder
  3. bei vier Überbewertungen positiver Befunde, wenn gleichzeitig von der Gesamtzahl der positiven Präparate (Gruppe IIID 1/2, Gruppe IVa oder Gruppe V) weniger als 40% nicht eindeutig der zutreffenden Gruppe zugeordnet wurden. sind.

Bewertung der theoretischen Prüfung

Die theoretische Prüfung ist nicht bestanden, wenn

  1. weniger als 30 der 50 gestellten Fragen richtig beantwortet wurden und/oder
  2. weniger als 12 der 20Abbildungen zutreffend beurteilt werden.

Prüfungsausschuss

  1. Der Prüfungsausschuss besteht aus mindestens drei Personen, die von der Kommission benannt werden.
  2. Unter den Mitgliedern des Ausschusses muss mindestens ein/e CT(DGZ) sein.
  3. Die/der Vorsitzende des Ausschusses ist Ärztin/Arzt mit zytologischer Qualifikation. Der interdisziplinäre Prüfungsausschuss ist fachlich und berufspolitisch ausgewogen besetzt.

Widerspruch

Widerspruch gegen die Prüfung kann innerhalb von vier Wochen nach Mitteilung des Prüfungsergebnisses beim Vorstand der DGZ eingelegt werden.

Sonstiges

Sofern organisatorisch möglich, werden für die praktische Prüfung Mikroskope zur Verfügung gestellt, wofür Leihgebühren anfallen können. Gegebenenfalls kann auch mit einem eigenen Mikroskop an dieser Prüfung teilnehmen werden. Weitere Hilfsmittel dürfen für die Prüfungen nicht in Anspruch genommen werden. Notizen zu Prüfungspräparaten, zytologischen Abbildungen und/oder Multiple-Choice-Fragen bzw. die Mitnahme von Notizen sind nicht gestattet.

4. Antragstellung

Anträge zur Erlangung des Zertifikats sind an Zertifizierungsstelle der DGZ zu richten. Der Antragsteller gestattet hiermit gleichzeitig der DGZ, direkt mit seiner Ausbildungsstätte Kontakt aufzunehmen.

Formale Voraussetzungen für Antragstellung

Zur Gewährleistung des Qualitätsstandards entsprechend der aktuellen Qualitätssicherungsvereinbarung in der Zervixzytologie (laut KBV) (gültig ab 01.10.2007) werden ab dem 01.01.2008 nur noch Antragsteller nach erfolgreicher CTA-Ausbildung bzw. MTA-Ausbildung zum Zertifizierungsverfahren zugelassen (Ablauf der Übergangsregelung für Nicht-CTA bzw. Nicht-MTA).

Bitte reichen Sie die folgenden Unterlagen ein:

  1. Antragsformular/tabellarischer Lebenslauf (Online ausfüllen, absenden und ausgedruckt den Unterlagen 2 bis 4 beifügen)
  2. Abschlusszeugnis (Kopie) der MTA-Schule/Zytologieschule 3 a. MTL-A: Bestätigung über mindestens zwei Jahre zytologische Tätigkeit (download Formular Bestätigung) (bei Ganztagstätigkeit) durch den Arbeitgeber; bei Teilzeitbeschäftigung muss die Bestätigung entsprechend angepasst werden 3 b. ZTA: Bestätigung über mindestens ein Jahr zytologische Tätigkeit (download Formular Bestätigung) (bei Ganztagstätigkeit) durch den Arbeitgeber; bei Teilzeitbeschäftigung muss die Bestätigung entsprechend angepasst werden
  3. Passbild oder Fotokopie vom Personalausweis

5. Prüfungs- und Verwaltungsgebühren

Die Gebühren für die theoretische und praktische Prüfung in gynäkologischer Zytologie betragen 150,00 EUR außerordentliche Mitglieder der DGZ und Mitglieder des VDCA zahlen 125,00 EUR. Für die Zertifizierung erhebt die DGZ eine einmalige Verwaltungsgebühr von 75,00 EUR, die sich auf 50,00 EUR reduziert bei a. o. Mitgliedern der DGZ sowie Mitgliedern des VDCA. Für die kontinuierliche Verwaltungsarbeit wird ferner eine jährliche Gebühr von 5,00 EUR erhoben. Sie ist bei außerordentlichen Mitgliedern der DGZ im Mitgliedsbeitrag enthalten. Die Höhe der Gebühren wird vom Vorstand der DGZ festgesetzt und sollen kostendeckend sein. Zahlung nur per Überweisung vor Antragstellung auf das Konto der DGZ: Hypo Vereinsbank München, IBAN: DE25700202706530153957 BIC: HYVEDEMMXXX.

6. Rechte und Pflichten der zertifizierten Zytologieassistenten/innen

Sie sind berechtigt, je nach Ausbildungsgang und Zertifizierung, die Bezeichnung„CT(DGZ)“ oder„CT-GYN(DGZ)“ zu führen. Sie erfüllen damit auch die von der DGZ geforderte Qualifikation zur Teilnahme an Prüfungen durch die IAC und die EFCS.

Die zertifizierten Zytologieassistenten/innen unterliegen einer Fortbildungspflicht. Die Teilnahme an externen Fortbildungen von mindestens 12 Stunden im Jahr an einer von der DGZ anerkannten Veranstaltung sind dabei erforderlich. Sie sind angehalten, Änderungen ihrer Adresse dem Schriftführer der DGZ mitzuteilen. Die DGZ ist ermächtigt, ggf. Nachfragen nach der Adresse durchzuführen. Sie verpflichten sich, die geltenden Richtlinien zur Qualitätssicherung in der Zytologie einzuhalten. Die Zertifizierung ruht, wenn für mehr als fünf Jahre der Kontakt zwischen Zytologieassistenten/in und DGZ unterbrochen ist. Die Zertifizierung erlischt – nach vorheriger Mahnung – mit deren Entzug durch den Vorstand der DGZ bei anhaltender und schwerwiegender Pflichtverletzung.

7. Übergangsbestimmungen

Zytologisch tätige Personen erhalten das Zertifikat der DGZ auf Antrag, wenn sie fünf Jahre (Vollzeit) in einem Labor zytologisch tätig gewesen waren und eine Prüfung durch die DGZ bestanden haben. Der Prüfungsausschuss kann Auflagen festsetzen, die vor der Zertifizierung zu erfüllen sind.

Diese Übergangsbestimmungen enden am 31.12.2000.

Die Leitlinie zur Zertifizierung von zytologisch tätigen Assistenten/innen in der Gynäkologischen Zytologie durch die Deutsche Gesellschaft für Zytologie tritt am 01.04.1998 in Kraft.

Die “Kommission für Angelegenheiten der Zytologieassistenten/innen“ der DGZ wurde vom Vorstand der DGZ am 11.09.1994 eingesetzt. Federführende Mitglieder sind: U. Schenck, Vorsitz; W. Engelhardt; F. Hinrichs; B. Jordan; R. Müller-Wallraf; K. Tenberken; C. Witting. Die Deutsche Gesellschaft für Zytologie dankt den betroffenen Berufverbänden/ Fachgesellschaften für die Entsendung Delegierter in die interdisziplinäre Kommission.

8. Regeln zur Leitlinie zur Zertifizierung von zytologisch tätigen Assistenten/innen in der gynäkologischen Zytologie durch die Deutsche Gesellschaft für Zytologie (DGZ)

Anerkennung von Prüfungen, Ausbildungszeiten, theoretischem und praktischem Unterricht und Ausbildungsstätten für die Zertifizierung von zytologisch tätigen Assistenten/innen in der gynäkologischen Zytologie.

Die Aufgaben, die sich aus diesen Leitlinien ergeben, werden durch die interdisziplinär besetzte, fachlich und berufspolitisch ausgewogene „Kommission für Angelegenheiten der Zytologieassistenten/innen der DGZ“ wahrgenommen. Beim Ausscheiden der von anderen Fachgesellschaften oder Berufsverbänden delegierten Mitglieder werden die Gesellschaften gebeten, Nachfolger vorzuschlagen.

a) Anerkennung von Prüfungen:

Zertifikate in der gynäkologischen Zytologie, die von anderen Ausbildungsstätten als den anerkannten Zytologieschulen ausgestellt werden, können von der Kommission als gleichwertig anerkannt werden, wenn die Prüfung in gynäkologischer Zytologie den staatlichen Richtlinien Bayerns oder Nordrhein-Westfalens entspricht. Schulen wird empfohlen, der Kommission Prüfungstermine mitzuteilen und sie einzuladen, einen Vertreter zu entsenden. Derartige schulinterne Zertifikate können prinzipiell nur ausnahmsweise ohne weiteres anerkannt werden, wenn an einer MTA-Schule ein Schwerpunkt in der Zytologieausbildung besteht. Bei der Anerkennung von Prüfungen ist ein strenger Maßstab anzulegen. Die Prüfungen müssen nach Inhalt, Art, Umfang und Durchführungsbedingungen mindestens den Prüfungen nach dieser Leitlinie entsprechen; eine erneute Prüfung entfällt in diesen Fällen. IAC-Prüfungen und EFCS-Prüfungen von aus dem Ausland zuziehenden Assistenten/ innen werden anerkannt. Die Zertifizierung erfolgt nach einem 1/2-jährigen Anpassungsjahr in einem von der Kommission anerkannten zytologischen Labor.

b) Anerkennung von Ausbildungszeiten innerhalb der Zytologieassistenten/innen- oder MTA-Ausbildung:

Die 2-jährige Ausbildung an einer der deutschen Zytologieschulen wird in vollem Umfang auf die mindestens 3-jährige Ausbildung angerechnet. Die Morphologie- und Zytologiekomponenten innerhalb der MTA-Ausbildung werden ohne Ansicht der individuellen MTA-Schule mit einem Jahr angerechnet. Die Ausbildung an einer MTA-Schule mit Schwerpunkt in der Zytologie werden aufgrund des erhöhten Unterrichtsumfangs, der besonderen Qualifikation des Lehrpersonals und der Qualität des zur Verfügung stehenden Unterrichts- und Untersuchungsmaterials und der apparativen Ausstattung mit 1 1/2 Jahren auf die Ausbildung anerkannt. Die Anerkennung von MTA-Schulen als Schulen mit Zytologieschwerpunkt erfolgt auf Antrag der Schule. Als Grundlage für die Entscheidung der DGZ dienen u. a. der behördlich genehmigte Lehrplan und die Stundentafel, wobei auch zusätzliche Unterrichtskomponenten außerhalb des behördlich genehmigten Lehrplans berücksichtigt werden können. Diese Ausbildungsstätten müssen prinzipiell Anforderungen entsprechen, wie sie für die Zytologieschulen für die Ausbildung im Bereich gynäkologischer Zytologie gelten. Die Zusammenarbeit mit einer besonders hochqualifizierten zytodiagnostischen Einrichtung und in der Zytologie hochqualifizierten Lehrkräften ist unumgänglich.

Sofern innerhalb der MTA-Ausbildung mit Schwerpunkt in der Zytologie eine Abschlussprüfung entsprechend dem gynäkologisch zytologischen Teil von staatlichen Regelungen für Zytologieassistenten/innen durchgeführt wird, wird die Ausbildung ebenfalls mit 1 1/2 Jahren anerkannt und auf eine erneute Prüfung durch die Deutsche Gesellschaft für Zytologie verzichtet.

c) Anerkennung von theoretischem und praktischem Unterricht

Der Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an mindestens 40 Std. theoretischem Unterricht, 40 Std. praktischer Unterrichtung, ist durch Bescheinigung der Ausbildungsstätte (Schule) oder Weiterbildungseinrichtungen unter Vorlage des Lehrplans zu erbringen. Der theoretische Unterricht und die praktische Unterrichtung müssen qualifiziert geleitet sein.

d) Einrichtungen für die praktische Tätigkeit:

Als Mindestanforderung an die Einrichtungen werden die in der „Neufassung von Qualifikationsvoraussetzungen in der gynäkologischen Zytologie“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung genannten Anforderungen an Weiterbildungseinrichtungen gestellt:

  1. Die Einrichtung muss von einem Arzt geleitet werden, der die Berechtigung zur Durchführung zytologischer Untersuchungen zur Diagnostik der Karzinome des weiblichen Genitale erworben hat und seit mindestens 2 Jahren in der gynäkologischen zytologischen Diagnostik tätig ist. Gleichgestellt sind Ärzte/innen, die die Prüfung durch die DGZ in gynäkologischer Zytologie bestanden haben oder Fellows in der IAC sind (F.I.A.C.).
  2. Die Einrichtung muss über eine Lehrsammlung mit mindestens 200 Präparaten verfügen, in der eine repräsentative Auswahl von Präparaten enthalten ist, die negative, unklare und positive Zellbilder beinhaltet.
  3. In der Einrichtung müssen jährlich mindestens 12.000 Fälle diagnostiziert werden. Einrichtungen, die gynäkologischen Fachabteilungen angeschlossen sind und Institute für Pathologie sind geeignet, wenn sie mindestens 6.000 Fälle im Jahr diagnostizieren und durch Patientinnen, die zur histologischen Abklärung eines suspekten Zervixbefundes eingewiesen werden, einen hohen Anteil positiver zytologischer Befunde haben.

In der Regel sollte in der Ausbildungsstätte mindestens ein fachqualifizierter Arzt und eine bereits ausgebildete Zytologieassistentin tätig sein. Es empfiehlt sich im Zweifelsfall mit der DGZ Kontakt aufzunehmen.

Für Assistenten/innen, die in ihrer Ausbildung an einer Zytologieschule oder an einer MTA-Schule oder in Kursen bereits die geforderten 40 Stunden theoretischen und 40 Stunden praktischen Unterricht in der gynäkologischen Zytologie absolviert haben, reicht die Erfüllung von Punkt 1.

Die Kontinuität der Zertifizierung von Ausbildungs- und Weiterbildungseinrichtungen kann von Auflagen abhängig gemacht werden.

Änderungen an dieser Leitlinie werden in der Kommission für Angelegenheiten der Zytologieassistenten/innen der DGZ vorbereitet und durch den Vorstand der DGZ verabschiedet.

Die Leitlinie sollen im Rundschreiben und im Verhandlungsband der DGZ und in den Publikationsorganen der an der Kommission beteiligten Fachgesellschaften und Berufsverbänden bekanntgemacht werden. Eine Bitte zur Bekanntmachung geht auch an andere betroffene Berufsverbände, wie den dvta. Die derzeitig bestehenden Zytologieschulen bzw. ihre Nachfolgeinstitutionen werden gebeten, ihre früheren Schüler/innen zu informieren und Antragsformulare zuzusenden.

Die IAC und die EFCS erhalten eine Kopie der Leitlinie und werden gebeten, die in Deutschland lebenden geprüften Assistenten/innen zu informieren. Die österreichischen und schweizerischen zytologischen Gesellschaften werden informiert.